In Niederösterreich legt man auf Althergebrachtes großen Wert. So ist es zum Beispiel üblich, dass am Sonntag ein ordentliches Bratl in den Ofen kommt.

Vom Braten braten

In den Wirtshäusern des Landes wird noch traditionell und bodenständig gekocht. Es geht doch nichts über einen Schweinsbraten von Mutti oder? Damit das Sonntagsbratl auch bei Ihnen zu Hause gelingt, haben wir ein paar Tipps von unseren heimischen Küchenprofis parat.

Ein Wirtshaus ist wo der Wirt z’Haus ist!
Was ein Wirtshaus zu einem echten Wirtshaus macht ist Diskussionsgrundlage so mancher Wirtshaustreffen. Was aber auf jeden Fall richtig ist, gekocht wird dort wia z’Haus. Ein richtiges Schweinbratl darf auf keiner Karte fehlen und bedarf sehr viel Zuwendung bei der Zubereitung.

Da schmeckt‘s wie bei da Oma!
Die Rezepte eines guten Schweinsbraten überdauern Generationen. So auch im Wirtshaus Beringer in Mank, wo das ererbte Kulturgut nach Kräften gelebt wird. Im kulinarischen Zentrum dabei Küchenchefin Roswitha Labenbacher. Ihre Devise „Nur Zeit schafft Saft und Kraft“. Ein Schweinsbratl kann schon mal bis zu drei Stunden im Ofen schmoren. Aber schon das Fleisch ist entscheidend! Tipp von der Chefin: Unbedingt das Schwartl dran lassen, das gibt später die krosse Kruste!

Ménage á trois auf Niederösterreichisch
Der Schweinsbraten steht nicht alleine auf der Bühne. Immer mit dabei sind der warme Krautsalat mit Speck und flaumige Erdäpfelknödel. Wie man die richtigen Knödel zubereitet kann man unter anderem hier erfahren.

Rezeptvorschlag für 4 Personen: 

  • Schweinskarree oder Schopfbraten (ca. 750g)
  • 1 EL Schmalz
  • 1 EL Kümmel
  • 4 Knoblauchzehen
  • Prise Salz

Zubereitung

Karree od. Schopf mit Schwartl andämpfen oder kurz in der Pfanne mit heißem Wasser (Schwartl nach unten) ankochen.
Schwartl schröpfen (einschneiden) und Fleisch kräftig mit Salz, Kümmel und reichlich gepresstem Knoblauch einreiben.
In eine große Bratpfanne mit einem Löffel Schweineschmalz und Knochen legen. Bei größerer Hitze kurz scharf anbraten. Das ist wichtig für die Röstaromen!
Den braunen Röstansatz (wirklich braun) mit Wasser aufgießen und unter mehrmaligemÜbergießen bei etwas weniger Hitze (ca. 170 Grad) den Braten im Backrohr fertigbraten. Dabei gilt der Grundsatz: lieber bei niedriger Temperatur dafür etwas länger braten (damit der Braten nicht zu trocken wird)
Profi-Tipp: Gegen Ende der Bratenzeit kann man nochmals mit größerer Hitze für ein knuspriges Schwartl sorgen.
Den Saft leicht stauben und zur richtigen Konsistenz einkochen. Fertig! Mahlzeit!