Adventbräuche nach unserem Geschmack

Bratapfel, Glühwein, Kletzenbrot und Christstollen – so schmeckt uns die Adventzeit am besten.

Man kommt von draußen rein. Die Wangen und Finger sind noch ganz kalt. Im ganzen Haus hängt dieser wunderbar süße Geruch nach Apfel, Birne, Honig, Zimt und Nüssen. Jetzt eine Tasse Tee oder ein Glühwein. Und dazu Bratapfel, Kletzenbrot oder ein Stück Christstollen. Das ist gemütliche Vorweihnachtszeit – ganz nach unserem Geschmack.

Kinder kommt und ratet, was im Ofen bratet!

Versilbert oder vergoldet bringt er als Christbaumschmuck die Augen zum Leuchten und als Bratapfel den Magen zum Knurren. Wenn im Ofen für 30 Minuten bei 180 Grad saure Äpfel auf Rosinen, Nüsse oder Marzipan treffen, entsteht süßduftender, knusprig-weicher Genuss in unterschiedlichsten Facetten. Eine Vielfalt, die auch pikant eine Wohltat für Mund und Auge ist. Denn wie sehe nur ein Rotkraut ohne Apfelstückchen oder Wild ohne Apfelfüllung auf der prächtigen Weihnachtstafel aus?

Glühende Weihnachtsfreude

Frostigen Gegenwind ist der Glühwein gewohnt, genießt er doch unter Weinkennern nicht den besten Ruf. Nach so manch kalter Adventnacht konnte man sich aber auch im Weinland Niederösterreich für das süße Gemisch aus Rotwein, Zucker, Gewürzen und Zitrone erwärmen, das übrigens schon die Römer kannten. Auch sie hatten sich damals schon voll und ganz dem Wein verschrieben. Die Produktion war aber noch nicht ganz so ausgereift und der Wein zumal sauer. Kurzerhand süßten sie mit Zucker und Gewürzen nach und machten den Wein so auch gleichzeitig haltbarer.

Weihnachtsglücksbirne

Die glühende Idee Brot mit Früchten zu mischen, hatten die Kelten. Lang haltbar soll es sein, das Kletzenbrot. Das dachten zumindest die Kelten, eine Erfahrung die wir im niederösterreichischen Mostviertel nicht teilen können. Dafür schmeckt unser Kletzenbrot aber auch einfach zu gut. Den besonderen Geschmack geben die gedörrten Birnenstücke – die Kletzen – von der Roten Pichlbirne. Die werden im Herbst auf den Streuobstwiesen geerntet, gedörrt und circa drei Wochen vor Weihnachten in einen Brotteig aus Roggen- und Weizenmehl gehüllt. Dann nämlich kann unsere Mostbirne ihre Magie entfaltet und das Kletzenbrot wird pünktlich zum Fest besonders schön mürbe sein.

Backe, backe Kuchen

Als Kuchen im Brotgewand erobert der Christstollen zur Vorweihnachtszeit unsere Herzen. Vor mehr als 700 Jahren nur mit Mehl, Wasser und Hefe gebacken, war der Stollen eine Fastenspeise in den Klöstern und symbolisierte das in Windeln gekleidete Jesuskind. Später wurde er mit Zucker, Rosinen, Mandeln und Gewürzen verfeinert. Exquisiten Zutaten für die damalige Zeit, die ihn zum echten Prestigegebäck machten, das auch bis heute nichts an seiner Beliebtheit verloren hat, als Stollen mit verschiedensten Füllungen ganzjährig nachgefragt wird und mit unserem Rezept einfach nachgebacken werden kann.