Kein Tisch wie jeder andere

Der Stammtisch: Nicht nur ein sozialer Treffpunkt, sondern eine wirtshauskulturelle Institution.

Jedes Wirtshaus hat seinen Stammtisch und jeder Stammtisch hat sein Wirtshaus. Was den Stammtisch ausmacht und wie er auch Nicht-Stammgästen nutzen kann.

Früher, und zwar bis weit in die 1950er- und 60er-Jahren hinein, war so ein Stammtisch eine elitäre Angelegenheit: Dort Platz nehmen durften nur die örtlichen Honoratioren wie Bürgermeister, Arzt, Lehrer oder wohlhabende Bauern. Heutzutage ist die Zusammensetzung des Stammtisches gar nicht mehr elitär, die Funktion dieses besonderen Platzes aber ist immer noch dieselbe: Hier werden nicht nur Bier und Wein getrunken, sondern auch soziale Beziehungen gepflegt und lokale Neuigkeiten ausgetauscht. Und natürlich wird hier auch geschnapst – womit nicht der Genuss hochprozentiger Getränke gemeint ist, sondern Österreichs beliebtestes Kartenspiel.

Stammtisch in allen Formen
Am Stammtisch treffen sich aber nicht nur Stammgäste. Viele Vereine halten ihren Stammtisch in Wirtshäusern ab, das Wirtshaus ist also oft auch ein Vereinshaus. Und manchmal sogar Bühne, in so manchem Wirtshaus wird nämlich noch der Musik-Stammtisch gepflegt. Der bestbesuchte Stammtisch ist traditionell allerdings der am Sonntag nach dem Kirchgang, obwohl dieser gar nicht Stammtisch, sondern Frühschoppen genannt wird.

Der Stammtisch als Touristinfo
Der Stammtisch steht meist nahe an der Schank und ist durch ein Schild als solcher gekennzeichnet. Darf man sich als Tourist da einfach so hinsetzen? Der Wirt wird Ihnen da sicher beratend zur Seite stehen. Lohnenswert ist es jedenfalls, hier Platz zu nehmen, ist der Stammtisch doch meistens die auskunftsfreudigste und kompetenteste Informationsquelle der ganzen Region.