Wo die Geselligkeit zuhause ist

Niederösterreichs Wirtshäuser sind seit jeher auch Stätten der Begegnung ¬– von Einheimischen und Gästen, Genusskultur und Kulturgenuss, Tradition und Moderne.

Essen und trinken, spielen und tratschen, musizieren und tanzen ... Wirtshäuser sind eine der ältesten Einrichtungen gemütlichen Zusammenkommens. Und im weiten Land um Wien zum Glück auch heute noch eine der lebendigsten.

Über Jahrhunderte waren Schankräume Bestandteil des Dorflebens. Was die Menschen bewegte, wurde dort besprochen. Man knüpfte neue Freundschaften, pflegte alte. Es wurde musiziert, getanzt, Theater gespielt und geschnapst. In Niederösterreich ist das bis heute so. Nach wie vor lernt manch eine(r) an den großen Tischen nicht nur das Kartenspielen, sondern auch seine(n) Zukünftig(n) kennen – oder entdeckt zumindest die Liebe zum Theater in einem Bühnenwirtshaus.­­­

Institutionen für Land und Leute
Ob Jausenstation oder Haubenlokal, bodenständige Küche oder Gourmetmenü, urig restauriert oder mit modernem Design eingerichtet: Niederösterreichs vielfältige Stätten der Gastlichkeit sind lebendiges Kulturgut, das man erleben muss. „Denn weder Fernsehen noch Internet können die gemütliche Geselligkeit einer Gaststube ersetzen“, betont Joachim Beringer vom Wirtshaus Beringer in ­Mank.

Kein Tisch wie jeder andere
Eine besondere wirtshauskulturelle Einrichtung ist der Stammtisch. Einst durften dort nur die örtlichen Honoratioren sitzen. Dies hat sich längst gewandelt, doch noch immer pflegen die Einheimischen hier ihre Kontakte, spielen Karten, tauschen Neuigkeiten aus. Es lohnt sich, in der Nähe Platz zu nehmen: Selten nämlich findet man so viele kundige, auskunftsfreudige (Ausflugs-)Tippgeber an einem Ort. Und nebenbei erhält man auch noch einen Kurs in regionalem Dialekt.

Die Gunst der schönen Stunden
„Wirt“ leitet sich übrigens von der indogermanischen Wurzel „uer“ ab, was so viel bedeutet wie „jmd. Gunst/Freundlichkeit erweisen“. Und d­as Beste daran: ­Und für diese ­muss der Gast seit jeher genauso wenig zahlen, wie für die heute so rare Möglichkeit, in gemütlicher Runde schöne Stunden zu verbringen.