Fein geShrubt

Shrub ist ein fruchtig-süßer Essigsirup, der erstaunlich vielfältig schmecken und eingesetzt werden kann – wie die Niederösterreichischen Wirtshauskultur beweist.

Eine alte Konservierungsmethode feiert ihr Comeback: Shrub, einen Fruchtsirup auf Essigbasis, findet man jetzt auch in so manchem Wirtshaus – nicht nur als hausgemachter Limonadenersatz, sondern auch als Basis für Cocktails oder Salatdressings.

Das Wort Shrub ist verwandt mit dem Arabischen „sharba“ und bedeutet „Sirup“. Hergestellt wurde diese Art von Sirup nicht nur im arabischen Raum, sondern auch bei uns mit Essig: Überzähliges Obst (oft Himbeeren) wurden über mehrere Tage oder Wochen hinweg in Essig eingelegt, dann abgeseiht und mit Zucker aufgekocht. Der dickflüssige Sirup ist lange haltbar und mit Wasser verdünnt ein herrliches Erfrischungsgetränk, das vom Essig die Säure, vom Zucker die Süße und von den Früchten das Aroma in einem idealen Verhältnis vereint. Man kann Shrubs aber auch im Sekt oder als aromatische Grundlage für Cocktails verwenden, sogar in Salatdressings oder als Zutat in Marmeladen und Gelees überzeugen die Fruchtsirupe als verfeinernde Essenzen.

Shrubs in der Wirtshauskultur

Mit der Erfindung des Kühlschranks und der künstlichernGeschmacksstoffe gerieten Shrubs in Vergessenheit. Aber dank der Rückbesinnung auf möglichst naturnahe Getränke erlebt auch der altehrwürdigen Essig-Fruchtsirup ein Comeback – auch in den Wirtshäusern. So hat beispielsweise das Wirtshaus im Demutsgraben in Zwettl einen Erdbeer-Shrub auf der Getränkekarte. Der Landgasthof Bärenwirt in Petzenirchen serviert neben selbstgemachten Sirupen auch hausgemachte Shrubs, entweder mit Soda als alkohlfreier Durstlöscher oder mit Sekt als erfrischender Aperitif. Die Vielseitigkeit von Shrubs wird im Gasthof HUEBER – Der Wirt in Bründl in St. Georgen an der Leys demonstriert: Dort sammelt Wirtin Silvia in den naheliegenden Wäldern täglich Wildkräuter, die, wenn nicht direkt in Gerichten verarbeitet, u. a. in For von Shrubs haltbar gemacht werden.