Der Wirt als Bäcker

Der Duft aus der Küche, das Krachen der knusprigen Kruste, der weiche Kern auf der Zunge – selbstgebackenes Brot ist wahrlich ein Geschmackserlebnis.

Aus der Küche ins Körberl: In der Niederösterreichischen Wirtshauskultur wird das Brot selbst gebacken – mit Sauerteig, Fingerspitzengefühl und sehr viel Kreativität.

Haben Sie schon einmal ein Kartoffelnussbrot, ein Blunznbrot oder ein Kamutfrüchtebrot probiert? Diese Brotspezialitäten finden Sie nicht etwa in einer Bäckerei, sondern in niederösterreichischen Wirtshäusern, die ihr Brot selbst herstellen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Landgasthaus Winkelhofer in Eggendorf am Walde. Dort finden sich gleich mehrere außergewöhnliche Brotsorten auf der Karte, die von den Wirtsleuten selbst gebacken werden. Auch im Gasthof Kalteis in Kirchberg wird man mit nicht alltäglichen Sorten wie Dirndl-, Blunzen, Paradeiser- oder Waldstaudenbrot überrascht. Bei einigen Wirten hat die hauseigene Bäckerei schon eine lange Tradition, vor allem bei jenen, die neben dem Gasthaus noch eine Landwirtschaft betreiben und das Getreide erfrischend regional gleich selbst weiterverarbeiten, wie beim Bauer und Wirt Langthaler in Emmersdorf. Hier wird die Tradition des Brotbackens noch von Generation zu Generation weitergegeben.

Selbst ist der Wirt

Mehrheitlich haben die Wirte das Backen für sich wiederentdeckt – teils weil es nicht mehr so viel Bäckereien am Land gibt, aber auch weil das selbst gemachte Brot halt besser schmeckt als die gelieferten Fertigprodukte. Bis man in die Geheimnisse des selbstangesetzten Sauerteigs eingedrungen ist, mag etwas dauern, doch die Ergebnisse sprechen für sich selbst. Davon überzeugen können Sie sich gern beim Gasthof Hueber – Der Wirt in Bründl in St. Georgen/Leys. Im Landgasthof zur Linde in Laaben kommen sogar sämtliche Brotsorten aus dem eigenen Backofen. Und falls Sie auf den Geschmack von Dirndlbrot, Paradeiserbrot oder Buchweizen-Maisbrot gekommen sind: Manchmal kann man einen Laib auch mit nach Hause nehmen!