Neue Impulse für die Wirtshauskultur der Zukunft

Qualität, Gäste-Trends, Digitalisierung und neue Ideen beim 1. Zukunftstag

Pressemitteilung vom 15. September 2026

Wirtshäuser sind mehr als „Orte zum Essen“. Sie sind Orte der Begegnung, sichern lokale Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region, bewahren kulinarisches Wissen und ermöglichen Gästen wie Einheimischen einen lebendigen und „schmackhaften“ Zugang zu einer Region, ihren Produkten, Geschichten und Menschen. Wie können Wirtshäuser langfristig gesichert und erfolgreich bleiben? Die Zukunft des Wirtshauses beginnt bei den Menschen, die sie möglich machen. Gestern fand in Ybbs an der Donau der 1. Zukunftstag der Wirtshauskultur Niederösterreich statt. Unter dem Motto „Wirtshaus.Zukunft – Aus Leidenschaft Gastgeber – heute und morgen“ trafen einander Gastronom:innen, Branchenexpert:innen, Partner:innen sowie Tourismusvertreter:innen zum Austausch.

Unter dem Motto „Die Zukunft des Wirtshauses beginnt dort, wo Menschen zusammenkommen“ lud die Wirtshauskultur Niederösterreich am Montag zum 1. Zukunftstag „Wirtshaus.Zukunft – Aus Leidenschaft Gastgeber – heute und morgen“ ihre Mitgliedsbetriebe in den Babenbergerhof nach Ybbs an der Donau. Die Teilnehmer:innen diskutierten aktuelle Gästeerwartungen, den sozialen und wirtschaftlichen Wert von Wirtshäusern, die mögliche Balance von Tradition und Innovation und die Rolle, die Wirtshäuser ganz allgemein für die Ortschaften und Regionen spielen.

Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, betonte, dass die Wirtshauskultur auch weiterhin eine zentrale Rolle im Urlaubsland Niederösterreich spielen wird und erklärte: „Unsere Betriebe sind Orte der Begegnung für Gäste und Einheimische. Gastfreundschaft, Qualität, Regionalität, Tradition und Mut zu Erneuerung: Das sind Charakteristika, die die Marke Wirtshauskultur Niederösterreich seit mehr als 30 Jahren stark machen und darauf können wir stolz sein. Entscheidend ist, diese Stärken weiterzuentwickeln und gleichzeitig offen für neue Ideen zu bleiben. Der heutige Tag hat dafür viele wertvolle Impulse geliefert und gezeigt, wie viel Potenzial im gemeinsamen Austausch steckt.“

Hartmuth Rameder, Obmann der Wirtshauskultur Niederösterreich, war überzeugt: „Uns alle verbindet die Leidenschaft fürs Gastgeben und der Wunsch, die Wirtshäuser mit Freude und Qualität in die Zukunft zu führen. Ehrlicher Austausch, frische Impulse, kritische Stimmen und Mut zur Weiterentwicklung liefern die Rezepte, die uns gemeinsam erfolgreich in die Zukunft gehen lassen!“

Wie sich die Wirtshauskultur Niederösterreich weiterentwickeln kann, wurde gestern aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Leitprinzipien des Vereins: „Gelebte Vielfalt“, „Qualitätsanspruch mit Charakter“, „kompromisslose Transparenz“, das „Bekenntnis zu den Wurzeln“ und das „vertraute Wirtshaus“. Im Austausch ging es darum, wie diese Werte im Betriebsalltag umgesetzt werden können – und wie es gelingt, die rund 200 unterschiedlichsten Mitgliedsbetriebe mit einem gemeinsamen Qualitätsverständnis zu verbinden und als Gemeinschaft „gemeinsam weiterzugehen“.

Dass Weiterentwicklung nicht nur eine Frage der Haltung, sondern auch des Arbeitsalltags ist, zeigte das Thema Digitalisierung. Digitale Lösungen können Abläufe vereinfachen, Service verbessern und damit mehr Zeit dafür schaffen, worauf es im Wirtshaus besonders ankommt: die Gäste. Daran knüpfte auch das Thema Customer Centricity an – also die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen und Erwartungen der Gäste.

Der Erfolg eines Wirtshauses misst sich vordergründig daran, ob Menschen gerne kommen, wiederkommen und zu Stammgästen werden. Beim 1. Zukunftstag richtete man den Blick deshalb auch darauf, wie neue Zielgruppen für regionale Kulinarik begeistert und aus einem Wirtshausbesuch Impulse für einen Kurzurlaub oder längeren Aufenthalt entstehen können. Damit wurde zugleich die Rolle der Kulinarik für den Ganzjahrestourismus und für zusätzliche touristische Wertschöpfung in den Regionen thematisiert.

Erfolgreiche Ideen aus der Wirtshauspraxis

Der fachliche Austausch, das Vernetzen und Diskutieren über Probleme, praktische Lösungsansätze, Workshops und natürlich auch gutes Essen standen im Mittelpunkt der ganztägigen Veranstaltung. Durch das Programm führte Moderatorin und Host der ORF 1 Dokureihe „Aufsperren statt Zusperren. Ist das Wirtshaus noch zu retten?“ Kira Schinko. Sie betonte: „Ich habe mich seit Jahren den Wirtshäusern verschrieben. Sie sind unverzichtbar für die soziale und kulturelle Infrastruktur. Dieser Zukunftstag schafft dafür Raum: innehalten, neue Impulse holen, voneinander lernen und sich gegenseitig bestärken.“

Als Keynote-Speaker gab Lukas Nagl, hochdekorierter Küchenchef und Visionär aus dem Salzkammergut, Einblicke in die Frage, wie Wirtshäuser Tradition und Innovation erfolgreich miteinander verbinden können.

Wie erfolgreiche Weiterentwicklung in der Praxis aussehen kann, zeigten auch Theresia Palmetzhofer vom Gasthaus zur Palme in Neuhofen an der Ybbs sowie Tanja und Daniel Schicker-Mathe vom Wirtshaus Mathe in Groß Gerungs anhand ihrer Betriebe. Food- und Nachhaltigkeitsexperte Daniel Anthes widmete sich der Frage, was Gäste heute bewegt und wie Wirtshäuser darauf erfolgreich antworten können. Sabine Kronberger, Journalistin und Moderatorin, zeigte wiederum, wie authentische Kommunikation neue Gäste erreichen und langfristig Vertrauen schaffen kann.

Der Nachmittag des Zukunftstages wurde von Wirtshauskultur-Partner:innen mit Workshops zu den Themen „Kräuter und Gewürze“, „Kulinarisches Experiment“, „Das Auge isst mit“ oder „Zeit sparen, Qualität steigern“ gestaltet, bevor am Abend zu Gedankenaustausch, kulinarischem Abschluss und musikalischem Ausklang geladen wurde.

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Pressefoto: © Niederösterreich Werbung | v.l.n.r.: Moderatorin Kira Schinko, Hartmuth Rameder – Obmann der Wirtshauskultur Niederösterreich und Michael Duscher – Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung

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